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Soll man Tiere aus dem Ausland holen ?
Textauszüge mit freundlicher Genehmigung v. Dr. Claudia Ludwig, Redaktion der WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause"
...Flughafen Frankfurt. Die wartenden Passagiere kommen miteinander ins Gespräch. Ein Offenbacher Ehepaar erkennt mich und spricht mich auf meine Tiersendung an. Treue Zuschauer, finden alles ganz toll, bis auf, ja, bis auf...” Sie haben es sicher schon erraten..." Der nette Herr spricht es aus: ”Nur eins stört mich, Frau Ludwig: haben wir in Deutschland denn nicht schon genug Tiere in den Heimen? Müssen wir da immer noch Hunde aus dem Ausland herholen?” Eine häufige Kritik.
Vor ein paar Jahren habe ich selbst in Andalusien gefilmt, wie die städtischen (!) Hundefänger, Hunde und Katzen auf den Straßen in und um Malaga einfangen, mit Netzen und Halsschlingen, habe auch gefilmt, wie diese eingefangenen Haustiere nach kurzer Galgenfrist im Tierasyl, der
so genannten Perrera vergast werden. Ich habe ihre Schreie gehört und den Berg Tierleichen gesehen, der neben der Gaskammer aufgeschichtet wurde und dann auf der Mülldeponie landete.
Natürlich liegt auch bei uns in Deutschland vieles im Argen, dass aber tagtäglich Hunde- und Katzenfänger durch die Ortschaften fahren und ihre Vierbeinige Beute nach einigen Tagen vergast, ertränkt, erschossen, erhängt, ausgehungert oder vergiftet wird, dass Streuner, die im Sommer von Touristen gefüttert werden, im Herbst massenhaft eingefangen und getötet werden, das gibt es bei uns eben nicht, aber in fast allen Mittelmeerländern, in Portugal und - wie wir leider inzwischen wissen - auch in Osteuropa. Das sind die Gründe, wegen denen den Tierschützern in Süd- und seit kurzem auch in Osteuropa meine volle Sympathie und Unterstützung gilt.
Was soll der unsinnige Vorwurf ”Kümmert euch doch lieber um die Probleme hier bei uns!”, den man leider immer wieder hört?
Sollen wir zu- oder wegsehen, wenn Tier weggeworfen und gequält werden, nur weil es sich bei den Opfern um einen türkischen Hund, eine griechische Katze, ein rumänisches, oder ein spanisches Tier handelt?
Da wächst Europa zusammen und der Tierschutz soll an den nahezu abgeschafften Grenzen halt machen?
Außerdem sind die Hunde aus dem Mittelmeerraum oder von den Kanaren in der Regel besonders gutmütig, sozial und charakterfest. Sie lassen sich daher gut vermitteln. Bei vielen der ausgeflogenen Schützlinge handelt es sich zudem um kleinwüchsige unproblematische Hunde, attraktive und begehrte Hausgenossen, die in keinem Tierheim lange auf ein neues Zuhause warten müssen.
Sollen denn Tierfreunde, die gern einen klein bleibenden Hund haben möchten, im Tierheim ihrer Gegend aber leider fast nur Schäferhunde und Schäferhundmischlinge vorfinden, lieber zum Züchter oder Händler gehen und die Welpen (massen)Produktion auf Touren halten!
Natürlich ist es keine Lösung, die Tiere des Südens oder Ostens alle nach Deutschland und unsere Nachbarländer einzufliegen!
Natürlich muss parallel dazu der Tierschutz in den dortigen Ländern aufgebaut werden, müssen da vor allem massenhaft Hunde und Katzen kastriert werden, Tierheime gegründet und gute Vermittlungsplätze gesucht - und gleichzeitig auch noch jede Menge Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Viele Tierschutzgruppen tun dies - und das schon seit einigen Jahren
Ich wünsche dabei von Herzen auch weiterhin viel Glück und Erfolg! Dr. Claudia Ludwig
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