Hunde auf Mallorca

  • Die Situation Mallorca Hundehilfe, AJUCAN, Streuner, Straßenhunde, Welpen
    Häufig lassen auf Mallorca lebende Familien Ihre Hunde frei umher laufen. Da die Tiere nur in den seltensten Fällen kastriert sind, stellt sich sehr bald und vor allem immer wieder Nachwuchs ein. Weil der Nachwuchs unerwünscht ist, wird er natürlich nicht in die Familie integriert, sondern bestenfalls einfach ignoriert und vergessen. Dann leben diese Hunde halbwild in der Nähe des Menschen - beispielsweise auf Müllhalden - und fristen dort ihr klägliches Dasein, indem sie sich von unseren Abfällen ernähren. Ihre ständigen Begleiter sind: Hunger, Durst & Unterernährung, Kälte & Krankheit sowie die fortwährende Angst vor Misshandlungen.

    Noch ein wenig schlimmer ergeht es jedoch den Hunden, die aktiv "entsorgt" werden. Sie bindet man häufig einfach irgendwo an und überlässt sie somit völlig hilf- und wehrlos ihrem Schicksal. Mit viel Glück findet ein Tourist einen solchen Hund und bindet ihn los, vielleicht füttert er ihn auch für die Dauer seines Urlaubs. Und danach? Danach gehört auch dieser Hund zu den so genannten Straßenhunden.

  • Das Problem
    Doch streunende, halb verwilderte, hungrige, bettelnde, verwahrloste, zum Teil kranke Straßenhunde, die sich womöglich für das kleinste Stückchen Fressen einen erbitterten Kampf liefern, schaden dem Image eines Urlaubs-Paradieses. Das Image-Problem wird durch die so genannten "Perreras" (Auffang- bzw. Tötungsstationen) mehr oder weniger gelöst. Hierhin gelangen die Hunde, nachdem man sie eingefangen hat und hier bleiben sie auch, allerdings nur bis zu 21 Tagen. Holt sie niemand innerhalb dieser Frist ab, erfolgt die Tötung der Tiere.

  • Der Weg in die richtige Richtung
    Auch heute noch, im 21. Jahrhundert, sterben auf diese Weise auf Mallorca viele Hunde. Genaue Zahlen sind nicht zu ermitteln. Nur eine offizielle Stelle gibt konkrete Zahlen bekannt, Palma, wo etwa 3.000 Hunde pro Jahr eingeschläfert werden. Doch erfreulicherweise nutzen immer mehr Gemeinden die Möglichkeit, die Hunde nach Ablauf dieser Frist an einen vor Ort ansässigen Tierschutzverein abzugeben. Die verschiedenen Tierschutzgruppen und -initiativen fangen so, einen großen Teil der geplanten Tötungen erfolgreich ab. Einer dieser Vereine, denen es zu verdanken ist, dass sich die Zahl der getöteten Hunde in den letzten Jahren erheblich verringert hat, ist ajucan auf Mallorca.

    Die Zusammenarbeit mit Behörden, um z. B. Kastrationsprogramme ins Leben zu rufen, oder die Erlaubnis zu bekommen, Hunde aus den Auffangstationen abholen zu dürfen, ist immer schwierig - egal in welchem Land. Überall auf der Welt und in vielen Bereichen macht die Bürokratie häufig die Realisierung guter Ideen und viel versprechender Initiativen zu einem unglaublich mühseligen, nervenaufreibenden und langwierigen, oft aussichtslos erscheinenden Prozess.

    Nicht nur im Tierschutz gilt es darüber hinaus Pauschalurteile zu vermeiden, die nur zu verhärteten Fronten führen. Statt Schuldzuweisungen und Brandmarkung ist Kommunikation und Aufklärungsarbeit vonnöten. Denn Veränderungen finden zunächst einmal in den Köpfen der Menschen statt, bevor sie dann tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden.

    Tierheim AJUCAN  auf Mallorca, Streuner, Straßenhunde sehr verträgliche Hunde aus dem SüdenEs hat sich schon viel zum Besseren geändert, es muss sich noch viel ändern und es wird sich auch noch viel ändern. ajucan auf Mallorca und die ajucan Mallorca Hundehilfe hier in Deutschland tragen dazu bei. Zum einen durch die Vermittlung der Hunde nach Deutschland und zum anderen durch eine offene Kommunikation mit all denen, die unerschütterlich an althergebrachten, mittelalterlichen Sichtweisen zum "niederen Wesen Hund" festhalten, oder denen Paragrafen, Vorschriften und Kleingedrucktes über alles geht und natürlich mit denen, die immer noch Vorbehalte gegen den "Import" von Hunden aus dem Ausland haben.

                Es ist der richtige Weg,
warum gehen Sie ihn nicht mit uns?


Soll man Tiere aus dem Ausland holen ?

Textauszüge mit freundlicher Genehmigung v. Dr. Claudia Ludwig,
Redaktion der WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause"

...Flughafen Frankfurt. Die wartenden Passagiere kommen miteinander ins Gespräch. Ein Offenbacher Ehepaar erkennt mich und spricht mich auf meine Tiersendung an. Treue Zuschauer, finden alles ganz toll, bis auf, ja, bis auf...” Sie haben es sicher schon erraten..." Der nette Herr spricht es aus: ”Nur eins stört mich, Frau Ludwig: haben wir in Deutschland denn nicht schon genug Tiere in den Heimen? Müssen wir da immer noch Hunde aus dem Ausland herholen?” Eine häufige Kritik.

Vor ein paar Jahren habe ich selbst in Andalusien gefilmt, wie die städtischen (!) Hundefänger, Hunde und Katzen auf den Straßen in und um Malaga einfangen, mit Netzen und Halsschlingen, habe auch gefilmt, wie diese eingefangenen Haustiere nach kurzer Galgenfrist im Tierasyl, der so genannten Perrera vergast werden. Ich habe ihre Schreie gehört und den Berg Tierleichen gesehen, der neben der Gaskammer aufgeschichtet wurde und dann auf der Mülldeponie landete.

Natürlich liegt auch bei uns in Deutschland vieles im Argen, dass aber tagtäglich Hunde- und Katzenfänger durch die Ortschaften fahren und ihre Vierbeinige Beute nach einigen Tagen vergast, ertränkt, erschossen, erhängt, ausgehungert oder vergiftet wird, dass Streuner, die im Sommer von Touristen gefüttert werden, im Herbst massenhaft eingefangen und getötet werden, das gibt es bei uns eben nicht, aber in fast allen Mittelmeerländern, in Portugal und - wie wir leider inzwischen wissen - auch in Osteuropa. Das sind die Gründe, wegen denen den Tierschützern in Süd- und seit kurzem auch in Osteuropa meine volle Sympathie und Unterstützung gilt.

Was soll der unsinnige Vorwurf ”Kümmert euch doch lieber um die Probleme hier bei uns!”, den man leider immer wieder hört?

Sollen wir zu- oder wegsehen, wenn Tier weggeworfen und gequält werden, nur weil es sich bei den Opfern um einen türkischen Hund, eine griechische Katze, ein rumänisches, oder ein spanisches Tier handelt?

Da wächst Europa zusammen und der Tierschutz soll an den nahezu abgeschafften Grenzen halt machen?

Außerdem sind die Hunde aus dem Mittelmeerraum oder von den Kanaren in der Regel besonders gutmütig, sozial und charakterfest. Sie lassen sich daher gut vermitteln. Bei vielen der ausgeflogenen Schützlinge handelt es sich zudem um kleinwüchsige unproblematische Hunde, attraktive und begehrte Hausgenossen, die in keinem Tierheim lange auf ein neues Zuhause warten müssen.

Sollen denn Tierfreunde, die gern einen klein bleibenden Hund haben möchten, im Tierheim ihrer Gegend aber leider fast nur Schäferhunde und Schäferhundmischlinge vorfinden, lieber zum Züchter oder Händler gehen und die Welpen (massen)Produktion auf Touren halten!

Natürlich ist es keine Lösung, die Tiere des Südens oder Ostens alle nach Deutschland und unsere Nachbarländer einzufliegen!

Natürlich muss parallel dazu der Tierschutz in den dortigen Ländern aufgebaut werden, müssen da vor allem massenhaft Hunde und Katzen kastriert werden, Tierheime gegründet und gute Vermittlungsplätze gesucht - und gleichzeitig auch noch jede Menge Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Viele Tierschutzgruppen tun dies - und das schon seit einigen Jahren

Ich wünsche dabei von Herzen auch weiterhin viel Glück und Erfolg!
Dr. Claudia Ludwig